Pro & Contra


Arbeitsdienst - dieser Begriff weckt in unserer Zeit eine Fülle von Assoziationen. Sie beruhen vor allem auf positiven persönlichen Erlebnissen ehemaliger Angehöriger des RAD oder aber auf antifaschistischen politischen Meinungen, die durch die negativen Erinnerungen ehemaliger Kriegsteilnehmer oder die Haltung der heutigen Medien geprägt sind. Historisches Fachwissen steht selten dahinter. Der Geschichtswissenschaft und der pädagogischen Wissenschaft gelang es bisher nicht, einen anderen Forschungs-gebieten zum Dritten Reich und zum 20. Jahrhundert entsprechenden Stand zu erreichen und eine fundierte Diskussionsgrundlage zu schaffen.

So bilden sich in der Öffentlichkeit zwei gegensätzliche Positionen heraus, die unversöhnlich im Streit liegen.

Die den Arbeitsdienst bejahende Seite führt folgende Argumente ins Feld:

  • positiver Gemeinschafts- und Erlebnischarakter des Einsatzes im Arbeitsdienst
  • Standes- und Klassenunterschiede nivellierende gemeinsame Arbeit
  • Erziehungscharakter der gemeinsamen, staatspolitisch wertvollen Arbeit
  • Förderung sozialer Beziehungen durch das Lagerleben
  • Vertiefung der Heimatbeziehung durch Arbeit und Erlebnisse
  • Sammlung von Lebenserfahrungen
  • Gemeinschaftsbildende Kraft weit über die eigentliche Existenz der Organisation hinaus
  • erlebte Kameradschaft unter extremen Lebensbedingungen
 
Waldwegebau bei Wiesbaden   Entwässerungsgräben im Emsland

Die den Arbeitsdienst verurteilende Seite führt diese Argumente ins Feld, wobei die negativen Wertungen sich fast vollständig auf den Arbeitsdienst für Männer beziehen:

  • Zwangskasernierung und militärischer Drill
  • Willkürherrschaft von Führern in den Lagern, unmenschliche Schinderarbeit
  • sinnlose Arbeiten (besonders im Kriege)
  • Förderung sozialer Beziehungen durch das Lagerleben
  • Vertiefung der Heimatbeziehung durch Arbeit und Erlebnisse
  • Sammlung von Lebenserfahrungen
  • Gemeinschaftsbildende Kraft weit über die eigentliche Existenz der Organisation hinaus
  • erlebte Kameradschaft unter extremen Lebensbedingungen